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Es ist wirklich eine Krux. Einerseits möchte man auch gerne mal als Renaissance Seele Dinge erledigt kriegen. Immer neu anfangen ist zwar schön, frustriert aber auf Dauer auch, wenn NIE etwas fertig wird. Andererseits immer diese verhassten Methoden, die man in Zeitmanagement-Büchern findet… Laut derer man ja eigentlich nur seine Aufgaben festlegen muss, sie auf eine bestimmte Zeit in der Woche legt und und dann einfach erledigt. Einfach… ja, nee. Weil sobald man zur festen Zeit dann am geplanten Blogartikel sitzt, will es einfach nicht funktionieren und man ist total blockiert. Heute zeige ich dir ein wenig Zeit-Management für Kreative – für Kreative, weil ich glaube, dass diese Methode nicht nur Renaissance Seelen helfen kann.

Wie viel Zeit habe ich eigentlich?

Hast du je darüber nachgedacht? Und wusstest du zum Beispiel, dass Zeit sehr relativ ist? Weißt du, was passiert, wenn du deine komplette Zeit der Woche einfach mit ganz vielen kleinen Aufgaben füllst? Deine größeren kreativen Projekte haben keinen Platz mehr. Das ist einfach so. Aber lass mich das Ganze für dich einmal umdrehen und veranschaulichen.

Stell dir vor, ich habe ein großes Glas in der Hand. Ich lege große Steinbrocken hinein, bis zum Rand. Ist das Glas voll? Als nächstes fülle ich etwas kleinere Steinchen dazwischen, bis alle Lücken zu sind. Ist das Glas jetzt voll? Als nächstes schütte ich Sand in die Zwischenräume. Ist das Glas voll? Wasser passt noch dazwischen 😉

Was ich dir mit dieser kleinen Analogie sagen möchte: einer der allerwichtigsten Prinzipien von Zeitmanagement ist es, ZUERST deine großen Projekte zu verteilen. Kleine Dinge wie Haushalt, Telefonate, Emails etc. werden IMMER Platz finden. Wenn du ihnen allerdings Priorität gibst, du dein Glas also quasi bis zum Rand mit Sand füllst, und hinterher versuchst, die großen Brocken hineinzustopfen, quillt alles über.

Identifiziere deine Brocken: Fokuspunkt Wunschkonzert

Wenn du noch nicht weißt, was Fokuspunkte sind, lies das gerne im Artikel “Kreatives Chaos? Wie du deine 1001 Ideen mit Fokuspunkten umsetzt” nach (ich habe auch einen Instagram-Post zum Thema, in dem ich meine eigenen Fokuspunkte vorstelle). Schreib dir nun auf ein Blatt Papier deine vier oder weniger Fokuspunkte und überlege dir, wie viel Zeit du ihnen in der Woche gerne widmen möchtest. Versuch erstmal nicht daran zu denken, wieviel Zeit du tatsächlich hast. Nicht vergessen, das hier ist Zeit-Management für Kreative 😉 Eine solche Liste kann zum Beispiel so aussehen:

  • Yoga: 6 Stunden
  • Entspannen: 7 Stunden
  • Website: 10 Stunden
  • Buch schreiben: 8 Stunden

Wie genau du übrigens die Zeit füllst, musst du hier noch nicht wissen. Die 6 Stunden Yoga können beispielsweise alles mögliche sein: Asana-Praxis, ein Buch zum Thema lesen, chanten, einen Yogafilm schauen… Du siehst, du bist hier nicht eingeschränkt. In meinem Beispiel ergibt das eine Zeit von insgesamt 31 Stunden.

Wir fangen an zu rechnen

Weißt du überhaupt genau, wie viel Zeit du in der Woche hast? Und für was du sie verwendest? Ich wette mit dir, dass du dir noch nie genau darüber Gedanken gemacht hast. Das holen wir jetzt nach. Die Woche hat insgesamt 168 Stunden (rechne gerne nach). Von den Wochenstunden ziehst du jetzt die Zeit ab, die du zum Schlafen benötigst. Sagen wir mal, du schläfst 8 Stunden, dann sind das in der Woche 56 Stunden. Übrig bleiben dir 112 Stunden. Davon ziehst du jetzt Stunden ab, in denen du arbeitest. Ich gehe jetzt mal von einer 40-Stunden-Woche aus, dir bleiben dann also noch 72 Stunden. Davon wiederum ziehst du deine Fokuspunkt-Stunden ab, die du dir gewünscht hast. In unserem Beispiel bleiben dir in der Woche also noch 41 Stunden übrig. Das sind knapp 6 Stunden pro Tag. Klingt doch ganz machbar, oder?

168
– 56
112
– 40
72
– 31
41

Diese Zeit, die dir am Ende übrig bleibt, solltest du genau überdenken. Möchtest du vielleicht sogar deine Fokuspunkt-Zeit noch erhöhen? Oder lieber weniger ansetzen, sodass du mehr Luft hast? Hier kannst du noch an den Stellschrauben drehen.

Zeit-Management für Kreative mit flexiblen To-Do-Listen

Jetzt ist es Zeit, in deine Fokuspunkt-Notizbücher zu schauen. Welche Ideen und Aufgaben hast du dir selbst notiert? Du brauchst für diesen nächsten Schritt deine Fokuspunkt-Notizbücher, ein neues Blatt Papier und deinen Kalender. Du weißt jetzt, wie viel Zeit du deinen Fokuspunkten widmen möchtest: 31 Stunden. Durchsuche deine Notizbücher nach Aufgaben und schreibe dir zu jedem deiner Fokuspunkte 2-4 Aufgaben auf, die du in der kommenden Woche erledigen möchtest. Du musst dafür natürlich abschätzen können, wie lange eine Aufgabe dich kosten wird. Achte auch darauf, dass die Aufgaben unterschiedlich lang sind.

Nimm jetzt deinen Kalender. Streiche deine Arbeitsstunden heraus. Streiche feste Termine heraus (Arztbesuche etc.). Jetzt beginnt das Zeit-Management für Kreative! Verteile deine 31 Fokuspunkt-Stunden in unterschiedlich langen Blöcken. Vielleicht hast du frühs einen einstündigen Fokuspunkt-Block vor der Arbeit. Oder du hast in der Mittagspause einen halbstündigen Fokuspunkt-Block, in dem du meditieren kannst. Das Wichtige daran: Du musst deine eigentlichen To-Dos NICHT verteilen. Seufz! Was für eine Erleichterung! Lediglich wichtig ist, dass du dich in deiner festgelegten Fokuspunkt-Zeit EINEM deiner Fokuspunkte widmest. Wenn es soweit ist, schau einfach auf deine selbst zusammengestellte To-Do-Liste und suche dir aus, was gerade zeitlich passt und worauf du Lust hast.

Ein Schlusswort: einfach machen!

Ich weiß sehr gut, wie schwer es sein kann, mit so etwas überhaupt zu beginnen. Das fühlt sich alles so viel an, und überhaupt darüber nachzudenken, wie viel Zeit du für etwas aufwenden möchtest… ich weiß. Ich kenne den Schmerz. Aber hier meine Aufforderung an dich: Einfach machen. Hör auf darüber zu grübeln, und hör auf, es irgendwie perfekt machen zu wollen. Perfektionismus ist eine unglaublich große Blockade für uns Kreative. Du musst dein Zeitmanagement nicht sofort perfektionieren! Verteil deine Zeiten doch einfach mal und probier es eine Woche lang aus. Wenn du dich überarbeitet oder unterfordert fühlst: dann pass an. Es muss nicht gleich perfekt sein. Mehr Infos zum Thema findest du auch im Buch “Renaissance Soul“. Welche Erfahrungen hast du mit Zeit-Management-Methoden gemacht? Schreib’s mir in die Kommentare.

Du fühlst du dich einfach total stuck? Bist frustriert, weil du viele Ideen hast und trotzdem der kreative Flow fehlt? Ich biete kostenlose Erstgespräche für Renaissance Seelen an. Ganz unverbindlich, du musst nichts kaufen 😉 ich kann dir in dieser halben Stunde schon wertvolle Impulse mitgeben. Mehr Infos findest du auf meiner Coaching-Seite.

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