Gehörst du zu diesen Menschen, die sich nur ein YouTube Video zu einem bestimmten Thema anschauen müssen, um sofort Feuer und Flamme für ein neues Thema zu sein? Ja? Ich auch. Du weißt gar nicht, wie viele Hobbies ich schon hatte. Real und in meinem Kopf. Und dann fragt man sich natürlich, schön und gut, neue Idee – was jetzt?! Solltest du neu auf meinem Blog sein, solltest du unbedingt den Artikel „Experte ade, Renaissance Seele olé“ lesen, ein Augenöffner, versprochen.

Was passiert also mit deiner neuen Idee? Was tust du? Hast du einen Plan? Oder verläuft sich die Idee wie schon so viele vor ihr im Sand und du trauerst ihr dann noch eine Weile nach? Ich stelle dir heute die STERN-Methode vor, die du nutzen kannst um herauszufinden, ob und wie deine Idee zum konkreten Projekt wird.

STERN-Methode: was ist das?

Die STERN-Methode wurde ursprünglich von Margaret Lobenstine entwickelt. Ich habe sie für dich ins Deutsche übersetzt und ein wenig angepasst. Es ist doch so: als vielseitig kreative Menschen haben wir Tag für Tag so viele Ideen. Manche sind klein, manche sind groß. Und es kann manchmal ganz schön schwierig sein, zu entscheiden, welche dieser Ideen wir aufgreifen und tatsächlich realisieren wollen. Weil sind wir mal ehrlich: treffen wir keine bewusste Entscheidung, dann passiert vermutlich gar nichts. Es braucht eben eine goldene Mitte: den ganzen Tag nur eine Sache zu machen, ist langweilig, aber zu viel gleichzeitig schmeißt uns nur direkt in eine Blockade. 

Die STERN-Methode hilft dir genau dabei: herauszufinden, welches Projekt gerade jetzt passt und realisierbar ist. Hast du deine Idee vor dem inneren Auge? Gut. Da ich sie nicht sehen kann, nehme ich ein Beispiel, um die einzelnen STERN-Komponenten besser deutlich zu machen. Sagen wir also, dass ich dieses unfassbar tolle Nähprojekt auf YouTube gesehen habe, in dem eine Frau ein altes viktorianisches Kleid näht. Ich bin super fasziniert und möchte sofort loslegen. 

S steht für Summe

Als allererstes solltest du dich mit deiner Idee hinsetzen und überlegen, was dich die Durchführung kosten wird. Was ist die Summe, die du investieren müsstest? Mit Summe ist übrigens nicht nur Geld gemeint, sondern auch Zeit und Energie. In meinem Beispiel mit dem Kleid müsste ich beispielsweise erst einmal nähen lernen. Das kann ich nämlich nicht. Also wäre Teil meiner Summe ein Nähkurs/eine Ausbildung und dann natürlich das ganze Material: Nähmaschine, Garn, Stoffe usw. Frag dich: Kann ich diese Summe gerade investieren?

Versteh mich nicht falsch. Das soll dich keineswegs demotivieren. Diese Punkte geben dir nur die Chance, deine Faszination in etwas ganz konkretes zu verwandeln. Wäre mir beispielsweise die Summe meines Nähprojekts im Moment zu hoch, kann ich überlegen, was genau mich fasziniert: Ist es die Handarbeit? Dann könnte ich auf ein kleines Nähprojekt umswitchen, für das man nur Nadel, Faden und ein paar How-To YouTube Videos braucht. Oder ist es die Faszination für altertümliche Mode? In dem Fall könnte mein Projekt sein, mich nach alternativer Mode umzusehen und mir Bücher zum Thema kaufen. Wichtig ist nur: deine Idee muss als allererstes den Summen-Test bestehen. Sonst wirst du keine Freude dran haben.

Neue Idee – was jetzt? Wie du mit der STERN-Methode deine Idee zum fertigen Projekt bringst.

T steht für Tagesablauf

Wenn die Summe passt, muss deine Idee den nächsten Test bestehen: den Tagesablauf. Was meine ich damit? Tagesablauf steht für deine persönliche Realität, in der du lebst. Nimm deine Idee und frag dich, ob sie sich immer noch so faszinierend anfühlt, wenn du sie in deinen Alltag integrierst. Jeder dieser Punkte in der STERN-Methode helfen dir dabei, eine ursprüngliche Idee zu einem Projekt zu verwandeln, das genau zu dir passt. Im Beispiel mit dem Kleid: Vielleicht bin ich so fasziniert von der Welt des Nähens, dass ich beschließe, ein kleines Business zu gründen: handgefertigte Mode des 19. Jahrhunderts. 

Übersteht diese Idee den Tagesablauf-Test? Für so ein Business müsste ich Wünsche von Kunden erfüllen, die vielleicht nicht meinen eigenen ästhetischen Vorstellungen entsprechen. Dazu kämen solche Sachen wie Rechnungen schreiben, Steuererklärungen, Produkte versenden, Akquise, eine Online-Präsenz aufbauen… fühlt sich alles immer noch stimmig an, wenn du dir vorstellst, deine Idee und alles, was sie in der Realität mit sich bringt, in den Alltag zu integrieren? Wunderbar. Wenn nicht: wie kannst du die Idee ändern, sodass sich der Tagesablauf wieder gut anfühlt? Zum Beispiel  nur ein einziges Kleid nähen, im eigenen Tempo, für dich selbst.

E steht für Ehrlichkeit

Jetzt, da wir die etwas gröberen Fakten geklärt haben, nämlich ob die Summe deines Projekts für dich in Ordnung geht und ob du es auch wirklich mit Freude in deinen Tagesablauf einbauen kannst, machen wir jetzt mal ein bisschen Soul-Searching 😉 Wenn du ein größeres Projekt beginnen möchtest, solltest du DIR SELBST gegenüber ehrlich sein und dich fragen, warum dich genau dieses Thema interessiert. Welchen Teil von dir beflügelt das Projekt? Welche deiner Werte spiegelt es wider?

Für das Nähprojekt kann ich ganz ehrlich für mich sagen, dass ich Arbeit liebe, die viel Fingerspitzengefühl und Geduld fordert. Ich habe schon immer gerne mikroskopisch klein gemalt, Stunden und Tage mit Kleinstarbeit verbracht. Das bringt mich immer in ein Flow-Gefühl. Akribisch und detailliert zu arbeiten passt also zu meiner Person und würde somit den Test bestehen. 

Hast du immer tausend Ideen? Möchtest mit deiner Kreativität etwas bewirken, weißt aber nicht wie? Und wo du überhaupt anfangen sollst? Dann ist mein Coaching genau das Richtige für dich. Buch meinen kostenlosen Kennenlern-Call und lass uns ganz unverbindlich reden. Ich freu mich auf dich!

R steht für Rahmen

Damit ein Projekt erfolgreich werden kann, braucht es einen Rahmen. Wenn du und deine kreative Idee es bis hierher geschafft haben, dann ist es an der Zeit, dass du dir ein konkretes Projektziel formulierst. Tust du das nicht, wirst du nicht wissen, was du tun sollst. Dein Projekt muss spezifisch genug formuliert sein, um daran arbeiten zu können, sollte aber nicht zu spezifisch sein, um nicht ein bisschen Herumprobieren und Flexibilität zu erlauben.

In unserem Nähprojekt-Beispiel wäre es also nicht spezifisch genug zu sagen: „Ich möchte lernen, altertümliche Mode herzustellen“. Ich meine… was ist altertümlich? Und was ist Mode? Sind das Röcke, Kleider oder Socken? Oder Hüte?! Du siehst, was ich meine. Die Idee erscheint dir romantisch, aber du kannst praktisch wenig damit anfangen. Ein besseres Ziel wäre zum Beispiel: „Ich möchte ein viktorianisches Kleid nähen.“ Siehst du den Unterschied? Viel konkreter! 

N steht für Nummerieren

Der letzte und wahnsinnig wichtige Schritt für dein Projekt: nummerieren. Das Nummerieren hilft dir dabei, deine Ziele auch wirklich umzusetzen, indem du dir konkrete Zahlen aufschreibst. Also zum Beispiel: Wann soll dein Projekt starten? Wann ist die Deadline? Welches Maß bestimmt deinen Erfolg? Damit meine ich: Mit welchem Ziel ist deine persönliche Definition von Erfolg erfüllt? Ich könnte in meinem Kleid-Projekt beispielsweise für mich definieren, dass mein Projekt erfolgreich ist, wenn ich das Kleid fertiggestellt habe. Oder meine Definition von Erfolg wäre, es hinterher noch zu fotografieren, oder meinen Prozess zu filmen für einen YouTube Kanal. Natürlich würde das viel mehr Zwischenschritte erfordern. Dafür ist der Nummerieren Punkt: gib deinem Projekt so viel „Messbarkeit“ wie möglich.

Gerade für dich als Renaissance Seele klingt dieser Punkt wahrscheinlich etwas nervig. Die meisten kreativen Köpfe arbeiten gerne intuitiv und im Flow und hassen Deadlines und dergleichen. Deswegen hier die Entwarnung: die Zahlen dienen nicht dazu, dass du dich absolut stur mit zusammengebissenen Zähnen daran halten musst. Die Zahlen dienen dir als ungefähre Richtlinie, damit du weißt, wo du gerade stehst.

Viele Ideen sind etwas Gutes! 

Zum Schluss möchte ich dir noch einen kleinen Mindset-Wechsel vorschlagen. Ich weiß, wie überwältigend es sein kann, wenn man am liebsten 1 Million Hobbies hätte. Wie frustrierend es sein kann, dass der Tag nur 24 Stunden hat und man neben der Arbeit einfach nicht die Zeit hat, alle Ideen durchzusetzen. Aber hey: du hast Zeit. Du musst nicht alles heute schaffen. Du hast noch ein ganzes Leben. Und es ist ein Segen, so einfallsreich zu sein wie du! Stell dir mal vor, du hast mal viel Zeit übrig und hättest keine Ahnung, mit welchem faszinierenden Projekt oder Hobby du sie füllen könntest? Das wäre mindestens genauso frustrierend. 

Statt dich also zu fragen: Neue Idee – was jetzt? frag dich doch ab jetzt lieber: Neue Idee – ob sie wohl den STERN-Test besteht? Nutz die STERN-Methode und bring ein bisschen Licht in deinen Ideen-Dschungel 🙂 Schreib doch mal in die Kommentare: welche Idee würdest du gerne als nächstes angehen? 

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