Hast du schon mal selbst Hennapaste angerührt? Und das Zeug war einfach nur dick, klumpig, und selbst wenn du es dann irgendwann in eine von dir gerollte Tube gekriegt hast, hat sie einfach null gefärbt? Hat dich das frustriert? Ja, ich kenne das. Been there, done that. Richtig gute, qualitative Hennapaste herzustellen ist schwierig, da will ich dir gar nichts vormachen. Trotzdem stelle ich dir heute mein persönliches Rezept für eine natürliche Hennapaste vor, bei der (fast) nichts schief gehen kann. Bist du bereit?!

Siehst du, wie dick und schmierig die Paste auf dem linken Bild ist?! Und das Schlimmste: Sie hat quasi überhaupt nicht gefärbt. Aber bevor ich hier weiter labere… lass uns loslegen!

Die drei wichtigsten Faktoren für eine gute Konsistenz und dunkle Farbe

Ich habe alles ausprobiert. Wirklich. Ich habe exotische Zutaten in meine Paste geschmissen, ich habe sie kalt, warm und heiß verarbeitet, ich habe Pulver aus Rajasthan, aus Pakistan und dem Asialaden gekauft. Trotzdem ist meine Hennapaste nie so geworden, wie ich das wollte und das hatte genau drei Gründe. Und die verrate ich dir 😉

1. Du brauchst ein hochqualitatives Hennapulver für Körperkunst

Hennapulver

Im Asialaden Hennapulver kaufen? Keine gute Idee. Wenn du natürliche Hennapaste herstellen möchtest, die ohne zusätzliche Chemikalien gut färben soll, brauchst du TOP QUALITÄT. Da führt kein Weg dran vorbei. Auch die natürliche Henna-Haarfarbe von beispielsweise Khadi nützt dir gar nichts. Hennapulver für die Haut wird viel feiner gemahlen. Außerdem werden die Blätter vom Hennastrauch zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt geerntet, sodass die Blätter ihre stärkste Färbkraft haben. Für die Haare ist das nicht notwendig. Die haben eine raue Oberfläche und saugen die Hennafarbe schneller auf als Haut. Woher ich mein Hennapulver beziehe, kannst du weiter unten im Rezept nachlesen.

2. Du musst natürliche Hennapaste filtern

Auch wenn auf der Packung “fünmal gesiebt” drauf steht: Wenn du feine, zarte Linien malen willst, musst du deine Hennapaste durch einen Nylonstrumpf filtern. Kleine Partikel, Pflanzenteile oder Klümpchen bleiben so im Strumpf hängen. Das verhindert, dass die Hennapaste deine Tubenspitze verstopft.

3. Sei geduldig und akribisch

Ich stelle nun seit fast 5 Jahren meine eigene Hennapaste her und ändere IMMER noch kleine Details, um die Konsistenz und Färbkraft zu verbessern. Um dein persönlich perfektes Rezept zu finden, solltest du keine Furcht davor haben, mit einer Feinwaage zu arbeiten und dir bei jeder Runde natürlicher Hennapaste genau zu notieren, was du gemacht hast und wie das Ergebnis geworden ist.

Rezept für natürliche Hennapaste

Zutaten (für etwa 10-12 Tuben)

  • 50gr Bodyart Hennapulver
    Meines kaufe ich bei Henna-Treasures, in Deutschland empfehle ich dir Henna Bilge.
  • 15-20gr Zucker
    Mit der Zuckermenge kannst du experimentieren. Ich verwende genau 18gr.
  • 15ml ätherisches Lavendel- oder Cajeput-Öl
    Meines kaufe ich in Bio-Qualität bei Dragonspice.
  • 100-120gr Wasser
    Die Wassermenge hängt vom Pulver und der gewünschten Konsistenz ab. Ich verwende momentan genau 111gr.

(Übrigens sind das hier keine Affiliate Links, ich bekomme kein Geld für die Empfehlung dieser Seiten.)

Du brauchst außerdem:

  • Eine Schüssel
  • Einen Holzlöffel zum Rühren
  • Eine Plastik-Spritztüte (kriegt man im Supermarkt bei den Backwaren)
  • Einen Nylon-Strumpf

Natürliche Hennapaste herstellen

Anrühren

Gib das Hennapulver, den Zucker und das ätherische Öl in deine Schüssel und gieße nach und nach ca. 100gr Wasser dazu. Währenddessen solltest du dir viel Zeit beim Verrühren lassen. Die Paste sieht zu diesem Zeitpunkt noch klumpig aus (es sei denn, du verwendest ein Handrührgerät), das macht aber nichts. Deck deine Paste luftdicht mit Frischhaltefolie ab und stelle sie an einen warmen Ort. Wenn du im Ofen nur die Lampe anmachst, ist das zum Beispiel ideal.

Hennapaste anrühren
Hennapaste anrühren

Farbentwicklung

Die Paste braucht nun 6-12 Stunden Zeit, um ihre eigentliche Färbkraft zu entwickeln. Sie ist fertig, wenn sich eine etwas dunklere Schicht auf der Oberfläche gebildet hat. Du kannst außerdem einen Farbtest machen: Gib einen Kleks Hennapaste auf deinen Handballen und wisch ihn nach ca. 1 Minute weg. Hat sich ein hell-orangener Fleck gebildet, ist deine Paste fertig.

Henna Farbtest

An der Konsistenz arbeiten

Sobald deine Hennapaste fertig ist, kannst du an der Konsistenz arbeiten. Gib nach und nach ein wenig Wasser dazu, bis die Konsistenz geschmeidig und glatt ist. Sie sollte sehr elastisch und dehnbar sein. Vorsicht: Wenn du Fäden ziehst, sollten diese einigermaßen die Form behalten. Verschwimmen sie, dann ist deine Paste zu flüssig. Also immer schön vorsichtig mit dem Wasser umgehen. Ich habe einen ganzen Blogartikel zum Thema Konsistenz geschrieben, schau gerne dort vorbei: “Die Checkliste für eine perfekte Hennapaste

Hennapaste filtern

Schnapp dir einen Becher, platziere darin deine Spritztüte (Vorsicht, viele Spritztüten sind an der Spitze offen! Falls das bei dir so ist, klebe sie vorher mit Tesafilm zu, das gibt sonst eine Sauerei). In die Spritztüte kommt der Nylonstrumpf. Fülle deine Hennapaste in den Nylonstrump um. Nimm die Spritztüte mit Strumpf und Hennapaste aus dem Becher heraus, halte alles am oberen Rand fest zu und ziehe langsam den Strumpf heraus. So wird deine Paste perfekt gefiltert.

Hennapaste filtern

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