Kann man denn als Normalsterblicher überhaupt kreativ und trotzdem strukturiert leben, also: auf dem Weg zum kreativen Kopf nicht im Chaos versinken? Und warum sollte sich dieser Weg überhaupt lohnen?

Mit dem Wort Kreativität wird so wahnsinnig viel Halbwissen verbunden. Das Klischee vom brotlosen Künstler wird uns schon als Kind mitgegeben Dabei sind gerade Kinder wahnsinnig kreativ – das wird ihnen häufig schon früh ausgetrieben. Geht es nach der Gesellschaft, haben bitte alle normalen Menschen vernünftig und analytisch zu denken. Kreativsein? Das wird nur bei Genies wie Leonardo da Vinci erlaubt und für gut befunden.

Wann bin ich kreativ?

Im Grunde genommen gibt es zwei verschiedene Arten von Kreativität. Benannt sind sie nach Vera Birkenbihl – mit ihr gibt’s weiter unten auch noch eine etwas längere Dokumentation zum Thema Kreativität. Schauen wir uns beide Arten einmal genauer an:

Assoziatives Denken – Kreativität 1

Wir alle haben in unserem Gehirn Wissensnetze zu verschiedenen Themen. Sagen wir, du interessierst dich zum Beispiel für’s Kochen. Dann hast zu diesem Thema ein Netz von vielen verschiedenen Informationen. Sage ich nun zum Beispiel “Rote Linsen” und “Pilze”, dann zapfst du dein Netz an verschiedenen Stellen an und setzt die erlangten Informationen zusammen. Vielleicht baut dein Gehirn direkt ein Gericht. Du hast assoziativ gedacht, und damit: kreativ!

Bisoziatives Denken – Kreativität 2

Bisoziatives Denken setzt nochmal einen drauf und kann quasi als “Kreativität hoch zwei” betrachtet werden. Im bisoziativen Denken verbindest du Ideen aus zwei verschiedenen Wissensfeldern, die scheinbar überhaupt nichts miteinander zu tun haben, und erschaffst damit etwas ganz Neues. Hennadi beispielsweise ist die Verbindung von yogisch/spirituellen und kreativen Inhalten!

Ist man kreativ, hat man das im Gefühl

Abgesehen von dieser sehr biologischen Herangehensweise gibt es dieses bestimmte Gefühl, das man bekommt, wenn man in einem kreativen Zustand ist. Bist du kreativ und inspiriert, dann…

  • fühlst du dich total versunken
  • vergisst du wahrscheinlich die Zeit
  • bist du irgendwie glücklich
  • bist du müde und gleichzeitig inspiriert und erfüllt, wenn du wieder aus diesem Zustand “aufwachst”.

Bin ich auch als Bürokraft kreativ?

Ja. Eigentlich könnte ich diese Frage mit nur diesem einen Wort beenden, aber lass mich noch ein bisschen ausführen 😉

Ausnahmslos jeder Mensch ist kreativ. Kreativität ist in allen von uns vorhanden und wartet darauf, freigesetzt zu werden.

Hennadi

Beobachte einmal Kinder. Sie sind noch “unverdorben” und ganz in Verbindung mit ihrer Kreativität. Sie assoziieren einfach wild drauf los. Was passiert? Erziehung, Schule. Wir trimmen unsere Kinder dazu, geradlinig, stringent und vernünftig zu denken. In der Schule lernen wir das Pauken. Aber Reproduzieren hat wenig mit Kreativität zu tun. So schaffen wir es über Jahre, uns selbst zu einer kleineren, einer engeren Version unserer Selbst zu machen. Wir werden… normal.

Dabei hat kreative Lebensführung erstmal überhaupt nichts damit zu tun, ein Maler oder ein Musiker zu werden! Bitte, versuch diesen Glaubenssatz loszulassen. Mir zuliebe. Du kannst in JEDEM Bereich kreativ sein. Hast du neulich ein hübsches Kissen für’s Sofa ausgesucht? Oder eine besonders effiziente Lösung für deine Software-Firma entdeckt? Gratuliere, du bist kreativ. Hör auf zu denken, dass Kreativität nur in künstlerischen Bereichen zu finden ist, und, vielleicht noch wichtiger: Dass Kreativität bedeutet, man müsse ein Genie sein.

Was genau blockiert mich dabei, ein kreatives Leben zu führen?

Von der berühmten “Dichtersperre” hast du bestimmt schon gehört. Ich persönlich kenne sie übrigens auch 😉 da sitzt man vor dem Laptop, entschlossen, einen bombenartigen Blogartikel zu schreiben und alles, was man sieht, ist der blinkende Cursor. Und die Augen werden vom Drauf-Starren schon ganz rot.

Was also ist es, das uns davon abhält, total im Flow, total kreativ zu sein? Hier ein paar Hinweise.

  • Kreativität kann nur passieren, wenn wir entspannt sind. Entspannung sagt dir nix? Dann ist es höchste Zeit. Hierzu empfehle ich dir übrigens meinen kostenlosen Stresstypen Test. Jeder Mensch reagiert nämlich anders auf Stress und braucht dementsprechend auch dazu passende Strategien um ihn wieder los zu werden!
  • Alte Glaubenssätze. Der innere Zensor unterdrückt Kreativität schon beim Entstehen. Arbeite daran, dass du freundlicher zu dir selbst bist. Zu diesem Thema habe ich einen Blogbeitrag bei Business & She geschrieben: “Warum deine innere Kritikerin so mächtig ist und wie du sie von ihrem Thron stoßen kannst“.
  • Übermenschliche Erwartungshaltung an sich selbst. Warum? Weil in der Gesellschaft nach wie vor das Bild vorherrscht, dass kreative Geister Genies sein müssen. Entschuldige, aber das ist Bullsh**. Du musst keine sixtinische Kapelle malen um kreativ zu sein! Hör auf, so viel von dir zu erwarten. Es geht nicht um das Endprodukt, sondern um den kreativen Prozess.
  • Dir fehlt die Übung. Ein ganz banaler und einfacher Grund. Denn ja, Kreativität kann man üben. Leg dich täglich für 10 Minuten aufs Sofa und beginne mit einem gedanklichen Bild. Zum Beispiel mit einem Baum auf einer Wiese. Spinne das Bild, die Geschichte, weiter. Assoziiere. Es wird dir mit der Zeit viel leichter fallen.
  • Dir fehlt Inspiration. Wenn du täglich die gleichen Dinge tust, die gleichen Dinge siehst und die gleichen Menschen triffst, dann bekommt dein Hirn kein neues Futter. Sorg dafür, dass sich das ändert. Lies zum Beispiel jeden Tag etwas Inspirierendes. Vielleicht aus Bereichen, über die du noch nicht so viel weißt.

Kann ich kreativ und strukturiert leben oder werde ich dann zum hoffnungslosen Chaoten?

Jetzt habe ich den ganzen Artikel lang von der Kreativität gerschwärmt, aber hast du immer noch Angst davor, ganz komisch, verrückt und chaotisch zu werden, wenn du dich in die kreative Welt begibst? Tatsächlich hat die Kreativität selbst erstmal überhaupt nichts damit zu tun, ob du eher strukturiert oder chaotisch bist. Dazu gibt’s wunderbare Persönlichkeitstests. Auf Anjas Still Verwurzelt Homepage findest du ganz fantastische Einführungen.

Definitiv kannst du also kreativ und strukturiert leben. Ein kreativer Lebensstil hilft dir sogar dabei, dein eigenes Potential zu entfalten. Kreativität lässt dich deine eigene Vollkommenheit erahnen. Sie zeigt dir, was jenseits von dem, das gerade schon vorhanden ist, noch sein könnte. Ich wage also zu behaupten: Je kreativer und damit auch ursprünglicher dein Lebensstil ist, desto mehr Motivation hast du, strukturiert deinen Weg zu gehen. Oder chaotisch. Je nachdem, was besser zu deinem Typ passt 😉 Denn unterm Strich macht Kreativität einfach glücklich.

Schau dir die Dokumentation mit Vera Birkenbihl zum Thema Kreativität an und lass dich inspirieren 😉

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