Kann oder muss ich auf der Yogamatte kreativ sein? Was hat Kreativität überhaupt mit Yoga zu tun?

Also abgesehen von dieser Website natürlich 😉 Man muss schon erstmal genau hinschauen, um die Verbindung zu sehen, aber sie ist da – und wird sogar ununterbrochen im Yogaunterricht gelehrt. Sie versteckt sich dort unter anderen Namen, aber wenn wir genau hinsehen, können wir sie ausfindig machen!

Kreativität und ihre Synonyme in der Yogawelt

Wenn du eine Yogastunde besuchst, dann erzählt dir dein Yogalehrer oder deine Yogalehrerin meistens einen ganzen Haufen Dinge. Viele haben damit zu tun, deine Kreativität anzuregen! Kommen dir vielleicht folgende Sätze bekannt vor?

Geh achtsam mit deinem Körper um

Achtsamkeit ist eigentlich die Nummer 1 der Kreativität! Wenn du lernst, ganz wach zu sein, ganz aufmerksam deinen Geist und deinen Körper zu verstehen, dann kannst du dich wieder inspiriert fühlen. Inspiriert und natürlich kreativ!

Lass deine Alltagssorgen nicht mit auf die Matte kommen

Klar, wie kannst du dich konzentrieren, wenn du innerlich weiter über deine To-Dos, den Streit mit deinem Chef oder den Berg an Haushalt, der dich zu Hause erwartet, nachdenkst? Das geht nicht. Yoga möchte dich zurück ins Hier und Jetzt bringen. Und genau dasselbe machen Künstler. Sie tauchen ein ins Jetzt.

Widme deine Yogapraxis etwas oder jemandem

Diese Aussage kommt vom fünften yama (ich habe schon Artikel zum ersten yama, ahimsa, und zum zweiten yama, satya, geschrieben), īśvarapraṇidhāna, die Hingabe zu Gott. Vereinfacht gesagt bedeutet es, dass du Demut entwickeln sollst in dem, was du tust. Praktizierst du Yoga zum Beispiel für einen sexy Hintern, dann ist daran nichts Verwerfliches – allerdings ist diese Widmung extrem wackelig. Denn was ist, wenn es nicht funktioniert? War dann alles sinnlos und du hörst auf? Widme deswegen deine Praxis etwas Höherem. Das kann auch ein Gefühl sein, wie Frieden oder Liebe. Auf diese Art und Weise ist das Ergebnis egal. Der Weg zählt. Auch für die Kreativität braucht es häufig eine Widmung, einen Antrieb.

Was passiert, wenn man nicht kreativ auf der Yogamatte ist?

Du siehst, es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen einer yogischen und kreativen Praxis. Aber was passiert eigentlich, wenn wir die Kreativität völlig herauslösen? Was wird dann aus der Yogapraxis?

Eine der größten Gefahren ist der Verdruss (so ein tolles altmodisches Wort, ich liebe es einfach!). Vielleicht kennst du das ja… du hast in einer Yogastunde eine bestimmte Variation eines Sonnengrußes gelernt, oder eine andere kleine Sequenz, und die übst du jetzt. Täglich. Oder vielleicht alle zwei Tage. Und langsam hast du es über. Es ist langweilig, es ist immer dasselbe. Wenn du anfängst, dich zu sehr zu langweilen, dann wird die Praxis immer mühsamer, du zwingst dich eigentlich nur noch dazu, bis du irgendwann völlig aufgibst. Und warum? Weil die Inspiration, die Leichtigkeit, die Kreativität fehlt.

Ich nenne dieses Phänomen auch das “Robo-Yogi-Dasein”. Einstudierte Sequenzen ohne Hirn, ohne Seele und ohne inspirierte Körperachtsamkeit zu üben, das bringt dich auf Dauer nicht weiter. Und vor allen Dingen kommst du dir so selbst nicht näher.

Wie kann man kreativ auf der Yogamatte sein?

Daniela Singhal hat auf dem beliebten Blog “Fuck Lucky Go Happy” einen wunderbaren Artikel über die Verbindung von Kreativität und Yoga geschrieben. Sie sagt: “Unsere Seele hat den Drang zu kreieren”.

Und du kennst mich ja: Ich stimme da absolut zu! In uns allen, in jedem Menschen, lebt dieser kreative Funke. Vielleicht ist er manchmal irgendwie verdeckt. Aber er ist da. Im Artikel von Daniela findest du ein paar tolle Tipps, wie du deine Kreativität wieder ankurbeln kannst. Und für deine Kreativität auf der Yogamatte habe ich außerdem noch folgende Ideen für dich:

Besuche Unterrichtsstunden von anderen Lehrern und Yogastilen

Es ist okay, dass du eine Lieblingslehrerin hast. Und auch einen Lieblingsyogastil. Wunderbar! Manchmal kann es aber deinen Horizont erweitern, einfach mal etwas ganz anderes zu machen. Das gibt frischen Wind! Gerade jetzt zu Corona-Zeiten wird so viel online angeboten, dass du noch nicht einmal von deinen städtischen Yogastudios abhängig bist.

Gib dir einen Rahmen auf der Yogamatte

Wenn du einmal alleine und nur für dich übst, dann versuche einmal, keine feste Sequenz zu üben. Steck dir vielleicht einen groben Rahmen zum Orientieren, zum Beispiel: Fokus auf Standhaltungen. Und dann lass dich von deiner Intuition, deinem Körper leiten. Sei ganz wach und achtsam und höre darauf, was dein Körper gerade braucht.

Vergiss deinen Plan

Bist du schon etwas erfahrener und fortgeschrittener? Dann lass deinen Plan komplett weg. Sei kreativ auf der Yogamatte! Stell dich hin, schließ die Augen, atme und warte, was kommt. Lass dich komplett von deiner Intuition leiten.

Variiere eine Asana

Das ist dir alles nicht koscher und klingt total kompliziert? Dann hab ich einen guten Start für dich: Mach einen Sonnengruß. Egal welche Variante. Bleib dann ein paar Atemzüge im nach unten schauenden Hund. Versuch mit dieser Asana zu spielen, indem du zum Beispiel die Beine stark beugst, sie streckst, ganz auf die Zehenspitzen kommst, deine Füße mal nach außen, mal nach innen drehst. Dann streck mal ein Bein nach oben, vielleicht magst du dein Knie und deine Hüfte ein bisschen kreisen lassen? Oder du wackelst mal mit dem Kopf? Und die Hände? Verlager doch mal das Gewicht eher auf die Außenkante, oder mehr auf die Finger… deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – in nur einer einzigen Asana!

Kreativität ist mein Steckenpferd.

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Bis zum nächsten Mal, lots of love und namaste
Dominika

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2 Comments

  1. Ein sehr schöner Beitrag, wobei ich mal wieder was gelernt habe!: 🙂 Tatsächlich bin ich eher umkreativ auf der Yogamatte, haha, obwohl mich mein Körper manchmal dazu drängt, sich in die andere Richtung biegen zu wollen. Dem sollte man vielleicht viel öfter mal nachgeben!

    1. Danke Anja! Und ja – sobald du die Grundlagen im Yoga erlernt hast, dann vertrau auch mal auf deinen Körperinstinkt. Und: wenn es sich gut anfühlt, dann ist es auf keinen Fall schlecht 🙂

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