„Ich bin so gestresst“ – wir alle haben diesen Satz früher oder später in unserem Leben schon einmal ausgesprochen. Und was machen wir, wenn wir gestresst sind? Na klar, Yoga! „Körper und Geist in Einklang bringen“ oder mal „so richtig abschalten“ wollen wir in Yogastunden und versprechen uns dadurch ein stressfreieres Leben. Ob das wirklich so ist, was Stress eigentlich ist und wie Yoga dagegen vorgeht schauen wir uns in diesem Artikel einmal genauer an.

Was ist eigentlich Stress?

Tja, eine Frage, auf die bis heute noch keine ganz so eindeutige Antwort gefunden wurde. Ich meine, klar, fight-and-flight response hast du bestimmt auch schon mal gehört. Wenn wir uns in einer Krisensituation befinden, zum Beispiel, wenn wir einem Säbelzahntiger gegenüberstehen, der noch kein Mittagessen gehabt hat, dann reagiert unser Körper sofort mit der Anweisung „Lauf um dein Leben“. Es werden alle notwendigen Ressourcen und Energien in die Teile umgeleitet, die du jetzt ganz dringend brauchst, nämlich deine Beine. 

Heißt aber gleichzeitig, dass andere Dinge nicht mehr so gut funktionieren: die Verdauung, Zellerneuerung, Erholung, also alles, was der Parasympathikus normalerweise so macht. Ist ja auch logisch. Die Entscheidung zwischen einem Schönheitsschläfchen und dem Gefressenwerden fällt einem dann doch relativ leicht.

An sich ist Stress also eine ganz natürliche Reaktion des Körpers auf bedrohliche Situationen. Das Problem ist nur, dass diese Situation nicht unbedingt lebensbedrohlich sein muss, um die gleichen körperlichen Symptome hervorzurufen. Der Chef demütigt dich, weil dir ein kleiner Fehler unterlaufen ist? Der Papierkram stapelt sich in der Ecke? Du hast einen schlimmen Streit mit deinem Partner? Schwupps, schon steht der Säbelzahntiger vor dir.

Was genau passiert, wenn ich gestresst bin?

Rein physisch passieren mehrere Dinge, wenn du Stress hast. Tatsächlich unterscheiden sich die körperlichen Reaktionen auf Stress auch von Mensch zu Mensch – funfact: daher ist auch nicht jede Stresstherapie für alle Personen geeignet! Mehr dazu in Zukunft. Dennoch: Wenn du gestresst bist, spielen die Hormone Adrenalin und Cortisol eine ganz wesentliche Rolle. Sie werden ausgeschüttet, sobald du vor dem (metaphorischen) Säbelzahntiger stehst. Adrenalin gibt dir einen Energiekick! Den brauchst du. Damit du schneller rennen kannst 😉 Nach der akuten Situation fühlst du dich dann ausgelaugt. Die Erholungsphase tritt ein.

Ist das nicht der Fall und du verfällst langsam aber sicher in chronischen Stress, erhöhen sich auf Dauer deine Cortisolwerte. Hohe Cortisolwerte können u.a. dein Immunsystem schwächen und Schlafstörungen und Herzkrankheiten hervorrufen. Schon blöd, oder?

Wie hilft mir Yoga beim Stress?

Eine Asana-Stunde erreicht vor allen Dingen eines: den Abbau von Stress-Hormonen durch körperliche Betätigung. Es ist erwiesen, dass Yoga sich zur Reduktion von Cortisol  hervorragend eignet – besser sogar als extrem harte körperliche Praxis. Moderat ist hier das Stichwort. Möchtest du also auf Dauer deine Cortisol-Level senken, geh in Yogaklassen!

Aber… (oh nein was hat sie denn jetzt schon wieder, fragst du dich?) sei mal ehrlich zu dir selbst: ist das nachhaltig? Ist das nicht ein bisschen so wie jeden Tag nur Fertigpizza essen und dann Tabletten einpfeifen, damit der Vitaminhaushalt stimmt?

Wie kommt man an die Ursache von Stress heran?

Wenn du wirklich daran arbeiten willst, Stress in deinem Leben zu reduzieren, also ursächlich, statt immer nur die negativen Folgen davon auszubügeln, dann musst du tiefer gehen. In die Psyche und so. Eckhart Tolle schreibt in seinen Büchern ganz fantastisch darüber, wie Probleme und Stress eigentlich erst entstehen: nämlich dadurch, dass wir nicht im Jetzt sind.

Was für ein Problem hast du gerade? Jetzt? In diesem Moment? Halt mal inne und frag dich das. Wer oder was bedroht dich in diesem Augenblick? 

Ich weiß, es gibt Dinge im Leben, die einen einfach unweigerlich stressen. Und nur sehr, sehr, seeeeeeehr fortgeschrittene Menschen können vielleicht damit umgehen. Der Tod von geliebten Menschen. Trennung. Eine plötzliche Entlassung von der Arbeit. Die harten Brocken unserer menschlichen Existenz. Aber wenn wir mal ganz ehrlich mit uns sind, dann sind all die Dinge, die uns stressen, die einen Säbelzahntiger-Moment hervorrufen, banal und vor allen Dingen: erfunden. 

Stress und Yogaphilosophie

Auf einer Skala von 1 bis 10, wie oft machst du dir Sorgen über Dinge, die eventuell passieren könnten? Wie viel Prozent dieser Dinge sind wirklich eingetreten?

Auf einer Skala von 1 bis 10, wie oft ärgerst du dich über etwas, das heute passiert ist oder trauerst du etwas nach, das irgendwann einmal geschehen ist? Wie viel Prozent dieser Dinge kannst du ändern?

Wenn du wirklich ein besseres und stressfreieres Leben führen willst, musst du dich vor allen Dingen in einer Sache immer wieder üben: in Achtsamkeit. Im jetzigen Moment sein. Im jetzigen Moment gibt es keinen Stress – außer vielleicht den Säbelzahntiger. Und das sind die wirklich wertvollen Werkzeuge, die dir Yoga mitgeben kann. Mehr Ursachen-, weniger Symptombekämpfung.

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