Hast du schon mal mit Henna gemalt? Wenn ja, dann weißt du, dass ein schönes Ergebnis extrem von der Qualität und Konsistenz der Paste abhängig ist. Fragst du dich, warum deine Designs einfach nicht besser werden, obwohl du viel übst? Wahrscheinlich liegt es dann an der Hennapaste. Eine gute Hennapaste ist das A und O jeder guten Henna-Malerei. Ich gebe dir hier ein paar Tipps, worauf du achten musst, wenn du Hennapaste kaufst oder sie selbst herstellst. In dem Sinne – stay tuned!

Kann ich Hennapaste im Asialaden kaufen?

Die Antwort ist kurz und knapp: nein. Wenn du deine Hennapaste nicht selbst herstellst, dann kaufe sie nicht in einem Asialaden. Auch nicht in Geschäften mit all den schönen spirituellen Statuen und Kleidungsstücken aus Indien. Versteh mich nicht falsch, an diesen Läden ist absolut nichts auszusetzen und ich selbst schaue mich da auch sehr gerne um. Aber Hennapaste hat dort einfach nichts zu suchen. Sie wird meistens aus Indien oder Pakistan importiert und liegt monatelang im Regal. Und jetzt ein bisschen Denkfutter für dich: frische Hennapaste ohne jegliche Zusätze hält sich etwa drei Tage bei Zimmertemperatur. Na? Merkst du was? Die importierten Tuben enthalten alle chemische Zusatzstoffe, um die Paste haltbar zu machen. Das hat nichts mit natürlich zu tun und sollte nicht auf deine Haut kommen. Punkt. Wenn du Hennapaste kaufen möchtest, dann tu das bei Hennakünstlern aus der Gegend, zum Beispiel bei mir im Shop.

Was sollte drin sein, wenn ich Hennapaste kaufe?

Schön, dass du fragst! So wie bei Lebensmitteln oder kosmetischen Produkten sollte auch bei Hennapaste immer klar ersichtlich sein, was denn die Inhaltsstoffe sind. Wenn es keine Liste gibt oder der Hersteller sich weigert, diese herauszugeben, ist das ein schlechtes Zeichen. Natürliches Henna hat eigentlich immer mehr oder weniger die gleichen Zutaten, mit Abwandlungen. Die Hauptbestandteile sind:

  • Hennapulver
  • Zucker
  • Wasser
  • Ätherisches Öl

Das war’s! Nicht viel, oder? Manche geben statt Wasser Zitronensaft in die Paste und auch die ätherischen Öle können variieren. Ich verwende gerne Cajeput (weißes Teebaumöl), manche nehmen lieber Lavendel oder Eucalyptus. Das ist Geschmacksache. Alle Öle haben eines gemeinsam: Sie enthalten sogenannte Terpene und verstärken damit die Färbung auf der Haut.

Wie kann ich die Paste testen, wenn ich sie selbst herstelle?

Die richtige Konsistenz für die eigene Hennapaste zu finden ist Arbeit. Ernsthaft. Es erfordert viel Geduld und Herumprobiererei (ist das überhaupt ein Wort…?!). Wenn du die Paste herstellst, dann achte nicht schon beim ersten Anrühren auf die Konsistenz, diese ändert sich nämlich noch stark. Hat der dye release stattgefunden, füge ganz langsam Wasser hinzu, bis die Paste die perfekte Konsistenz hat. Aber was ist nun perfekte Konsistenz…!?

  • Die Paste sollte leicht glänzen. Wenn sie matt aussieht, ist sie zu trocken.
  • Wenn du den Löffel in die Paste tunkst und nach oben anhebst, sollte die Paste einen elastischen Faden ziehen.
  • Die Konsistenz ist mit Zahnpasta vergleichbar – vielleicht ein wenig flüssiger.
  • Wenn du mit der Paste Fäden ziehst, sollten diese sichtbar und stabil bleiben und nicht sofort mit der übrigen Paste verlaufen. Ist das der Fall, ist sie zu nass.

Gar nicht so einfach, oder? Aber Übung macht den Meister…

Warum ist die Konsistenz überhaupt so wichtig?

Ich habe mal ein paar kleine Gifs für dich vorbereitet, die eine zu trockene, eine zu nasse und eine perfekte Paste zeigen.

Trockene Hennapaste
Zu trockene Hennapaste
  • Mit einer zu trockenen Hennapaste kannst du keine durchgängigen Linien ziehen, sie “brechen” auf dem Weg auseinander.
  • Eine trockene Paste ist nicht geschmeidig genug, um dicke Formen gleichmäßig zu malen. Punkte werden nicht rund, sondern sehen aus wie… Blumenkohl.
  • Es ist schwierig, Wellen zu malen.
  • Du kannst nicht fein malen, da du mehr Druck auf die Cone ausüben musst, um die Paste überhaupt herauszubekommen.
Nasse Hennapaste
Zu nasse Hennapaste
  • Mit einer zu nassen Paste fließt die Paste schnell aus der Cone heraus und du musst dich beeilen, damit sich nicht zu viel davon an einer Stelle ansammelt.
  • Nasse Hennapaste verläuft! Der Strich und die Punkte werden immer flacher und breiter, da sie ihre Form nicht behalten können.
  • Du kannst mit nasser Hennapaste nicht fein malen, da einfach immer zu viel aus der Tube herauskommt und nicht an Ort und Stelle bleibt.
Perfekte Hennapaste
Perfekte Hennapaste
  • Perfekte Hennapaste fließt gleichmäßig aus der Tube, ist geschmeidig, aber nicht zu flüssig.
  • Punkte mit perfekter Paste sind gleichmäßig rund und verformen sich nach der Zeit nicht zu Fladen.
  • Mit perfekter Hennapaste kannst du mühelos sehr fein malen.

Ich habe echt kein Gefühl für die Paste, was soll ich machen?

Wenn du noch ganz am Anfang deiner Henna-Kunst stehst, versuche einfach mal, mein kleines Experiment nachzumachen. Rühre deine Paste wie gewohnt an und verteile sie dann auf drei Schüsseln. Füge einer Schüssel etwas mehr Wasser und der zweiten Schüssel mehr Pulver hinzu, und übertreibe ruhig dabei. Fülle alle drei Varianten in kleine Cones um und probiere aus. Wenn du ein Gefühl dafür bekommst, wie sich viel zu trockene und viel zu nasse Paste anfühlen, kannst du besser abschätzen, ob deine Variante in der Mitte tendenziell mehr Flüssigkeit oder mehr Pulver gebrauchen könnte.

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Lots of love, deine

Dominika <3

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