Bestimmt bist du im Laufe deines Lebens schon mal über diese Idee von introvertierten und extrovertierten Menschen gestoßen. Meistens verbinden wir mit extrovertierten Persönlichkeiten herzliche und offene Menschen. Introvertierte dagegen gelten nach wie vor als Spaßbremsen, als verschlossen und unsozial. Was es mit diesen Persönlichkeitstypen auf sich hat und was Introvertierte uns im Lockdown beibringen können, schauen wir uns in diesem Artikel einmal näher an.

Introvertiert vs. Extrovertiert

Wer ist denn jetzt eigentlich introvertiert und wer extrovertiert? Die Einteilung ist auf jeden Fall gar nicht so einfach. Klischees können, müssen aber nicht zutreffend sein. Es gibt dennoch eine relativ gute Möglichkeit, um herauszufinden, ob du introvertiert oder extrovertiert bist. Denk einfach mal über deinen Energiehaushalt nach. Und damit meine ich nicht deine letzte Mahlzeit 😉 Wann fühlst du dich erfrischt, geladen, leuchtend, in der Yoga-Sprache: Wann ist dein Körper mit richtig viel Prana, Lebensenergie, geladen?

  • Wenn du neuen Input bekommst, durch Unternehmungen, durch Treffen mit anderen Menschen?
  • Wenn du Zeit für dich allein und deine liebsten Tätigkeiten hast, zum Beispiel wenn du daheim ganz gemütlich etwas kochst oder mit dem Lieblingsbuch auf dem Sofa herumgammelst?

Neigst du eher zu Punkt 2, bist du wahrscheinlich introvertiert. Dieses Thema ist unglaublich spannend, wenn du dich etwas intensiver einarbeiten willst, lies doch mal Anjas Artikel “Introvertiert vs. Extrovertiert – DAS ist der wirkliche Unterschied“.

Es ist nicht alles schlecht

Ich weiß, du kannst es vermutlich gar nicht mehr hören… dieses Ganze “sieh doch mal das Gute an der Situation”. Ich weiß, es ist schwer. Frustrierend. Die Ungewissheit macht wütend. Vielleicht hörst du dich oft denken “Wäre der ganze Mist doch endlich vorbei”. Dennoch spricht Till Ferneburg in seinem Artikel “Corona als der größte Entschleuniger” (unbedingt lesen!) einen ganz wichtigen Punkt an: Jahrzehntelang versuchen wir nun schon, das Glück immer nur im Außen zu suchen. Noch mehr tolle Reisen, fancy Freunde und fettere Parties. Oder vielleicht auch nur das Croissant und der Kaffee im Lieblingscafé. Und dann fällt das alles plötzlich weg. Was nun?

Es gibt nichts zu überbrücken. Es gilt, sich einzulassen. Auf das Schöne, das diese langsame Zeit eben auch (!) ermöglicht.

Till Ferneburg

Es ist sinnlos, Widerstand zu leisten. Wenn du dich gegen etwas wehrst, kommt es nur doppelt so mächtig zurück. Es gibt wahnsinnig viele Bücher und Artikel zu diesem Thema: Deine Gedanken haben mehr Kraft, als du vermutest. Was du in deinem Geist erschaffst, wird wahr. Konzentrierst du dich auf all das, was dir gerade fehlt, erschaffst du dir damit… genau: Leere. Aber stell dir doch mal die Frage:

Was schenkt mir die Krise gerade?

Wenn es dir schwerfällt, auf diese Frage zu antworten, dann lass dich gerne von einer introvertiert-yogischen Sichtweise inspirieren und lies nach, was Introvertierte uns im Lockdown beibringen können.

Introvertierte und der lang ersehnte Lockdown

Auf Instagram kursiert dieses Meme vom Introvertierten, der schon sein Leben lang für einen Lockdown trainiert hat. Und so lustig es klingt, es ist schon etwas Wahres dran. Erinnere dich: Introvertierte sammeln von Natur aus Energie, wenn sie mit sich allein sind und sind eher nicht so die großen Party-Gänger. 4 Wochen lang auf dem Sofa und Netflix? Ein Traum geht in Erfüllung!

Aber jetzt mal ernsthaft: Fehlt dir noch Inspiration, wie du das Ganze mit dem Daheimsein hinkriegen sollst ohne wahnsinnig zu werden? Lass mich dir ein paar Denkanstöße geben…

  • Socialisen. Du bist normalerweise super gern unterwegs? Streifst mit Freunden durch die Gegend? Was hast du gerade gewonnen? Genau, Zeit. Vertiefe die Kontakte, die nah bei dir sind. Vielleicht mit dem/der Partner/in, Mitbewohner/in, oder wenn du allein wohnst, telefonier doch mal wieder mit deinen Liebsten.
  • Alleinsein. Es ist völlig normal, dass überwältigende Gefühle aufkommen können, wenn du es nicht gewohnt bist, lange allein zu sein. Als allererstes: es ist okay. Mach dich nicht fertig deswegen. Was du von Introvertierten lernen kannst: Verarbeite deine Gefühle auf eine kreative Art und Weise. Das kann Malen sein, oder kochen, oder du schreibst deine Gedanken auf. Was auch immer zu dir passt. Verleihe deinen Gefühlen Ausdruck.
  • Weltverbessern im Kleinen. Vielleicht bist du es gewohnt, über Themen wie den Klimawandel, Tierschutz oder Politik zu diskutieren. Vielleicht bist du auch irgendwo ehrenamtlich aktiv. Jetzt ist es an der Zeit, von außen nach innen zu gehen. Im kleinen Kreis beginnen. Und was könnte da besser sein, als dir selbst etwas Gutes zu tun und vielleicht mit Yoga oder etwas Kreativem zu beginnen? Es gibt in deiner Stadt mit Sicherheit online Angebote. So unterstützt du die Kleinhelden, die die Kultur in dieser Zeit aufrecht erhalten.

Mehr Tipps zum Thema “Was Introvertierte uns im Lockdown beibringen können” bekommst du am Mittwoch, 11.11.2020 um 18:00 Uhr auf Instagram (hier geht’s zu meinem Profil) – ich gehe dann mit Anja von Stillverwurzelt live!

Der Lockdown verursacht Stress. Auch bei Introvertierten.

Trotz aller tollen Ideen und positiven Herangehensweisen ist es natürlich überhaupt nicht sinnvoll, planlos und total deprimiert halbherzig irgendetwas anzufangen, das dann vielleicht gar nichts bringt. Wenn du momentan das Gefühl hast, nicht genug Luft zum Atmen zu haben, mach gerne meinen personalisierten Stresstypen-Test und finde heraus, ob du eine Ameise, eine Biene, ein Fisch oder eine Schnecke bist. Im Newsletter bekommst du dann viele kostenlose Übungen. Oder du schaust mal im Artikel “Stress und Yoga – Ursachen- oder Symptombekämpfung” vorbei.

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2 Comments

  1. Ein toller Artikel und vielen lieben Dank für die Erwähnung! 🙂 Deine Tipps sind klasse, vor allem das Weltverbessern im Kleinen ist ein super Tipp (nicht nur), aber vor allem auch für Extrovertierte!

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